oder: Wie du aus Blüten Zucker machst
Es gibt Tage, da sieht mein Küchenboden aus wie ein Pinterest-Feenunfall.
Überall Blüten. Überall Zucker. Überall Wahnsinn.
Aber am Ende? Ein kleines Glas voll Glück. Oder ein großes Backblech knuspriger Poesie.
Denn: Ich liebe essbare Blüten. Noch mehr liebe ich sie gezuckert oder getrocknet. Und ganz besonders, wenn sie auf einem Kuchen landen! (Wie dem FULL SWING SUMMER! – der kommt jetzt auch ganz bald hier!)
Jetzt – wo die Natur gerade explodiert – ist genau der richtige Moment.
Also los:
Blüten sammeln. Sanft behandeln. Zucker marsch.
Und ich verspreche Euch die beste, blühendste, farbenfrohste und auch „gschmackigste“ Deko Eurer Küche!
Und sein wir mal ehrlich: Es handelt sich nicht einfach um Deko!
In meinem Sinne eines Torten-Rezeptes handelt es sich um den CRUNCH! Der ganz tief verborgen auf dem Boden,
oder ganz oben auf als Topping den Kuchen ANFÜHRT! Und zu etwas besonderem macht! Die weiche Füllung, die den Hauptgeschmack bringt kontrastiert und zu neuen Höhen beflügelt!
Also los! Es gilt zu: trocknen, kandieren, in Zucker einlegen!
Was du brauchst
- Ungespritzte Blüten (z. B. Rose, Wildrose, Holunder, Lavendel, Kornblume, Malve, Gänseblümchen, Veilchen, Flieder, Ringelblume etc.)
- Feiner Kristallzucker oder Puderzucker
- Eiweiß (klassisch) oder Aquafaba (vegan)
- Backpapier und Blech
- Optional: Zitronensäure, Vanillezucker, getrocknete Zitrusschale, rosa Pfeffer, Blütenstaub – für den Crunch-Twist
Wer hat dem hilft auch ein Dörrofen – besonders solche mit Infrarot-Programm! Aber die Sommersonne, das Fensterbrett und/oder der Backofen verrichten ihre Arbeit auch ganz toll 😉
Variante 1: Gezuckerte Blüten (Kandierte Blüten)
Diese Technik kennt man von Veilchen oder Rosenblättern.
Sie bleibt soft, aber bringt Biss und Glanz – perfekt für Deko.

So geht’s:
- Blüten vorsichtig säubern – nicht waschen! nur ausschütteln oder mit Pinsel reinigen – ich lasse sie oft auch erst mal 10 Minuten mit der Öffnung nach unten auf einem Teller liegen, so können etwaige Proteine noch hinauskrabbeln in die Freiheit 😉
- Eiweiß leicht verquirlen.
- Blütenblätter oder ganze kleine Blüten mit einem Pinsel mit Eiweiß bestreichen – kann sehr mühsam sein! Alternativ kann man auch das eiweiß mit etwas Zucker verrühren, einen ganzen Schwung Blüten darin schwenken und diese dann (am besten mit Küchenhandschuhen) einzeln ausstreichen und auf ein Blech legen. Dann nochmal leicht bezuckern; ODER – funktioniert besonders mit Aquafaba gut – Ein Fläschen mit Aquafaba-Zucker Mischung befüllen und die Blütenblätter damit beträufeln oder besprühen (wenn die Sprühflasche grob genug für so eine dicke Masse ist!)
- Direkt danach in Zucker wenden oder mit Zucker bestreuen.
- Auf Backpapier legen und trocknen lassen:
- Entweder an einem warmen, luftigen Ort (1–2 Tage)
- Oder im Backofen bei 40–50 °C, leicht geöffnet (Holzlöffel in die Tür klemmen), ca. 1 Stunde oder bis knusprig trocken.
- Auch der Dörrofen bietet sich an! Aber: Mit NIEDRIGERER Temperatur (30-35° C) und möglichst Belüftung und/oder Infrarot-Programm (dörrt die Blumen von INNEN heraus, nicht von außen, kann man also auch für GANZE BLÜTEN nutzen!)

Ergebnis:
- Glänzende, leicht transparente Blüten mit Knusper-Schicht.
- Ewig haltbar, wenn trocken gelagert.
- Der Deko-Hit für jede Torte.
Variante 2: Getrocknete Blüten für den Crunch

Diese Methode ist die Grundlage für deinen Signature Crunch:
Vorgehen:
- Blüten einzeln auf Backpapier ausbreiten.
- Bei max. 40 °C im Ofen (Umluft) mehrere Stunden trocknen lassen, bis sie vollständig trocken und leicht brüchig sind. Oder wieder den Dörrofen bemühen! Oder 2: In der Sommer-Sonne auf die beschienene Fensterbank stellen!
- Abkühlen lassen, dann entweder:

- Ganz verwenden (als Deko)
- Zerkleinern & mit Zucker, Pfeffer, Vanille o. ä. mischen → Blüten-Dust!
- Für extra Crunch: kurz mit Zucker in der Pfanne rösten (low heat).
Variante 3: Blüten in Zucker einlegen!
Eine Art Mischvariante!

Vorgehen:
- Ein Glas mit Staub-/Puderzucker Schicht für schicht anfüllen.
- Dabei einzeln, trocken-getupfte Blüten im Zucker versenken!
- Mehrere Tage (2-3) stehen lassen, dann die Blüten vorsichtig herausholen. (Achtung kann alles ganz schön fest und verklebt sein und bei unsachgemäßer Behandlung die Blüten zerstören!

Die Blüten werden dadurch leicht süßlich, fast „papierig“ und erhalten interessante Effekte – wie z.B. Kornblumen, deren Blätter außen weiß werden, innen aber bläulich bleiben!
Crunch-Twist-Ideen:
- Zucker + Kornblume + rosa Pfeffer
- Malve + Zitrusschale + Salz
- Veilchen + Vanillezucker
- Lavendel + Honigzucker
- Wildrose + Hibiskus + Kardamom
Pro-Tipps
- Nicht zu viele dicke Blüten (z. B. große Rosen) auf einmal – sie schimmeln schnell.
- Fürs Trocknen: Je dünner & kleiner die Blüte, desto besser.
- Luftdicht lagern, am besten mit einem kleinen Stück Küchenpapier im Glas.
- Für Crunch: erst kurz vor Verwendung öffnen – sonst wird’s weich!
Warum das Ganze?
Weil es einfach irre gut aussieht.
Weil du so deine Torten in kleine florale Kunstwerke verwandelst.
Und weil du damit aus jedem 0815-Kuchen ein Gourmetwahnsinn-Dessert zauberst.
Ob auf Sahne, Mousse, Gelee oder Frosting – Blüten-Crunch is magic.
Ausblick & Verbindung
➡ Als nächstes folgt:
„Full Swing Summer“ – der ultimative Gartenkuchen.
Da werden diese Blüten nicht nur Deko, sondern Hauptdarsteller.
➡ Du hast den Sirup-Artikel verpasst?
Hier entlang: „Wie man den Sommer in Flaschen fängt“







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