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Sirup aus dem Garten

Sirup aus dem Garten

oder: Wie man den Sommer in Flaschen fängt

Es ist nun Ende Juni / Anfang Juli hier, und damit voller Sommer,
in Österreich wo ich lebe.

Der Garten blüht, summt, leuchtet!

Die Wiesen explodieren förmlich: Holunder, Wildrosen, Lavendel, Malve, Flieder – alles will Aufmerksamkeit.

Und die Beeren! Erdbeeren, Himbeeren, Ribisel, Stachelbeeren! Süß, weich, tief rot-golden bis ins Herz!

Die Natur ist jetzt verschwenderisch. Und ich liebe genau diese Momente:

Wenn du durch deinen eigenen Garten gehst und alles dir zuflüstert (oder laut ruft!):

Koch mich ein! Hol mich rein! Bewahr mich auf!

Also los. Raus mit euch. Pflückt. Riecht. Presst. Kocht. Und Zeigt mir auch, was ihr daraus macht! Egal ob Gurken-Sirup, oder kandierte Dill! Ich will’s sehen. Daüf zeig ich euch jetzt auch, wie ich’s mache!

Es folgt eine ganze Reihe von Beiträgen zu den Dingen, die ich im Sommer am liebsten herstelle:

Eingemachtes, Marmeladen, Sirupe, Säfte, Getrocknet- und Gedörrtes!

Kandierte Blüten-Crunch! Flower-Power! Es gibt so viel was man damit anstellen kann!

Als krönenden Abschluss präsentiere ich Euch dann meine „Full Swing Summer Torte“! – Die all das opulent und dekadent zusammenbringt zu einem unvergesslichen Sommerfeuerwerk für Eure Geschmacksknospen!

Aber als Erstes möchte ich hier Anfangen mit einem kurzen Ausflug zu Sirupen und Nektar!

Beispielhaft zeige ich Euch die Rezepte für meinen „Flower-Power“ Sirup, der alles Blumige und Florale zusammenbringt zu einer Geschmacksbombe, die sich als Limonadengrundlage, einfach schnell zum Durstlöschen auf Wasser, oder eben als Basis für ein Gelee für Kuchen und Torten eignet und… geradezu aufdrängt!

Flower Power Sirup

… ist mein aktueller Favorit – und ganz ehrlich:

Er schmeckt wie ein Schluck von Midsommar.

In der Basis verwende ich auch einige Blüten in getrockneter Form! Das könnt Ihr machen, wenn Ihr sie grade nicht frisch da habt, oder Euch ein Zweig frischer Lavendel zu intensiv wird in der Mischung! Auch ist es echt schwer (auch wenn nicht ganz unmöglich!) Rosen, Holunder und FLIEDER gleichzeitig im Garten zu finden. Dafür kann man schon im Voraus einen Flieder-Sirup nach dem Grundrezept ansetzen. Diesen dann, wenn der Flower-Power Sirup sonst fertig ist Löffelweise dazugeben, bis der Geschmack für Euch richtig eingestellt ist.

Außerdem verwende ich in meinen Sirupen immer geringere Mengen Zucker und ersetze oft noch einen Teil Zucker durch Xylit. So werden die Sirupe viel leichter, haben aber noch den vollen Geschmack! Man sollte sie vielleicht etwas zügiger verbrauchen, … aber das fällt bei solchen Rezepturen nicht schwer!

Grundrezept für ca ½L Sirup:

  • 400 ml Wasser
  • 160 g Zucker
  • 60 g Xylit (oder einfach 220 g Zucker – aber ich versuche, Zuckeranteile bewusst zu reduzieren)

Blüten:

  • ca. 2 Hände Holunderblütendolden
  • 8 Wildrosenblüten (ungespritzt!)
  • 1/2 TL getrockneter Lavendel
  • 2 EL getrocknete Malvenblüten
  • evtl. etwas Flieder oder ein Schluck Fliedersirup für die florale Tiefe

Zitrus:

  • Saft einer halben Zitrone oder 1/2 – 1 TL Zitronensäure
  • Optional: Mit Zitronenscheiben abdeckten und mitziehen lassen

Ansonsten mit einem kleinen Teller die Blüten unter Wasser halten.

Zubereitung:

  1. Wasser mit Zucker und Xylit aufkochen.
  2. Lavendel und Malvenblüten direkt mit aufkochen, Herd abdrehen, dann ca. 1 Stunde abgedeckt stehen lassen.
  3. Abseihen, noch mal aufkochen. Jetzt Holunder und Rosenblüten dazu – NICHT mehr kochen! Nur 12 Stunden ziehen lassen. (Abgedeckt wie oben erwähnt!)
  4. Wieder abseihen, Zitronensäure oder Zitronensaft zugeben.
  5. Noch einmal kurz erhitzen (auf ca 85°C), in sterile, abgekochte Flaschen abfüllen – fertig.

Hinweis: Wer den Sirup länger haltbar machen will, sollte den Zuckeranteil erhöhen. Ich taste mich aber gerne an die Süße ran und ersetze, wie gesagt, oft einen Teil durch Xylit – Geschmack bleibt top, Zuckerlast sinkt.

Und dann ist da noch der:

Erdbeer-Nektar

Ein bisschen anders, weil hier die Frucht in den Vordergrund darf. Ein Sommerdrink, wie er im Buche steht – dick, rot, aromatisch.

Zutaten:

  • 260 ml Wasser
  • 160 g Zucker + 60 g Xylit (oder 260 g Zucker)
  • ca. 500 g frische Erdbeeren, püriert
  • 1/2 TL Zitronensäure oder Saft einer Zitrone

Zubereitung:

  1. Wasser mit Zucker und Xylit aufkochen.
  2. Erdbeeren pürieren und in den kochenden Sirup geben.
  3. Noch einmal kurz aufkochen, dann Zitronensäure oder Zitronensaft zugeben.
  4. Durch ein sehr feines Sieb (oder Mulltuch) abseihen.
  5. In sterile Flaschen abfüllen. Kühl und dunkel lagern – oder gleich genießen.

Tipp: Dieser Nektar schmeckt irre gut als Schorle, über Eis oder mit einem Spritzer Gin-Tonic (hust).

Ausblick & Bonus

Wenn du diesen Sirup liebst, wirst du den nächsten Artikel lieben:
„Gezuckerte & getrocknete Blüten – wie ich essbare Blütendeko mache“
Und danach der:
„FULL SWING SUMMER“ – eine Torte, die nach Midsommar tanzt.

Alles aus dem Garten, alles mit Wahnsinn.
Ich liebe es, mit wenig Zutaten etwas Besonderes zu machen – und den Sommer nicht nur zu schmecken, sondern ein bisschen davon einzukochen.

Wenn du Fragen hast, Rezepte abwandeln willst oder eigene Kreationen teilen möchtest – schreib mir, tagge mich oder kommentiere!
Ich freu mich auf eure Varianten.

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Hallo,
ich bin Benjamin

Willkommen bei Gourmet Wahnsinn – meinem kleinen, wilden Eck im Internet für Kuchen mit Konzept, Crunch und ordentlich Charakter.

Ich backe Torten, die Geschichten erzählen. Mit Blüten, Pfeffer, Sirup und ein bisschen Wahnsinn.

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